Warum mein Klagen meine Führung sabotiert (#17)

Shownotes

Ich beobachte oft, dass Führungskräfte nicht nur klagen, weil sie genervt sind, sondern weil es psychologisch etwas sehr Bequemes hat. Wenn ich sage Die da oben machen Mist, verliere ich zwar Energie, gewinne aber eine Ausrede. Dann muss ich mich nicht mehr damit anfreunden, dass Regeln, Entscheidungen oder Rahmenbedingungen nun mal so sind, wie sie sind. Ich bleibe innerlich im Widerstand und gebe meine Wirkung ab.

Für Mitarbeiter ist das fatal. Klagen verunsichert, weil es ein Signal sendet: Hier führt niemand souverän durch die Lage. Menschen wünschen sich Orientierung, besonders in stressigen Phasen. Wenn ich als Chef in die kindliche Gefühlswelt rutsche und emotional eskaliere, sinkt die Motivation. Ich kann natürlich sagen: Das gefällt mir nicht, das ist ungünstig, das ist ärgerlich. Aber danach brauche ich den nächsten Schritt. Welche Lösung haben wir. Was ist jetzt zu tun.

Ich habe mir deshalb ein klares Credo gesetzt. Eine Führungskraft klagt nicht. Mitarbeiter dürfen klagen. Ich nicht. Ich bekomme mehr Verantwortung, mehr Status und deshalb ist es meine Aufgabe, die Lage zu halten. Das bedeutet nicht, dass ich alles gut finden muss. Es bedeutet, dass ich nicht in Jammern und Beschweren abrutsche. Jedes Klagen reduziert meine Haltung und macht mich kleiner.

Ein Klient von mir hatte dafür eine sehr wirksame Übung. Ich habe ihn gebeten, sich abends hinzusetzen, das Handy zu aktivieren und einfach ungefiltert zu klagen. Alles raus. Und am nächsten Tag sollte er sich diese Aufnahme anhören, zur gleichen Zeit, in gerader Haltung. Dieses Anhören ist der entscheidende Punkt. Wenn ich als Erwachsener das Jammern meiner enttäuschten Kinderseele höre, wird es plötzlich merkwürdig. Er hat nach kurzer Zeit gemerkt, wie gleichförmig, unerquicklich und unwürdig das für seine Position ist. Nach einer Woche war das Thema fast erledigt.

Diese Übung gefällt mir, weil sie nicht mit Druck arbeitet. Ich verbiete mir das Klagen nicht, ich mache es mir hörbar. Und genau dadurch entsteht Bewusstheit. Sobald ich mich selbst höre, wird mir klar, wie wenig es bringt. Dann kann ich aufhören und zurück in eine erwachsene, lösungsorientierte Haltung kommen.

Wenn Du spürst, dass Du mehr willst, mehr innere Klarheit, mehr Führungskompetenz, mehr Selbstwirksamkeit, dann lass uns ins Gespräch kommen. Über den Button „Informationen anfordern“ auf unserer Website kannst Du ein kostenfreies Erstgespräch vereinbaren. Wir zeigen Dir, wie Du Dein ungenutztes Potenzial freilegst und endlich ohne Stress führst.

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