Den Umgang mit freien Mitarbeitern professionell gestalten (#18)
Shownotes
Langfristige Zusammenarbeit hat ihren eigenen Sog. Wenn ich Monat für Monat mit demselben Handelsvertreter oder Freelancer arbeite, entsteht Nähe. Ich kenne die Person, schätze sie, oft entsteht sogar Freundschaft. Gleichzeitig beginnt genau dort das Missverständnis. Auf beiden Seiten kann sich ein Gefühl einschleichen, das in der Sache nicht stimmt. Der Freiberufler fühlt sich wie ein Mitarbeiter und stellt ähnliche Erwartungen. Ich wiederum behandle ihn unbewusst wie jemanden aus meinem Team. Das ist der Moment, in dem die Zusammenarbeit unklar wird und Konflikte fast vorprogrammiert sind.
Mir ist deshalb ein Grundsatz wichtig. Ein Handelsvertreter oder Freiberufler ist ein freier Unternehmer. Er schuldet Ergebnisse, nicht Gehorsam. Er hat seine Freiheit nicht umsonst gewählt und ich habe ihm gegenüber keine Fürsorgepflicht wie gegenüber Angestellten. Wenn in der Zusammenarbeit plötzlich Dinge eingefordert werden, die zur Mitarbeiterlogik gehören, etwa emotionale Versorgung, intensive Betreuung oder eine Art permanente Nähe, verletzt das die unternehmerische Logik und bringt mich in eine Schieflage.
Dazu kommt ein Punkt, den ich in der Praxis immer wieder unterschätzt sehe: Scheinselbstständigkeit. Das Thema ist real und kann existenzielle Folgen haben. Ich achte deshalb sehr bewusst darauf, dass ein Freelancer nicht weisungsgebunden ist, keine festen Arbeitszeiten von mir erhält und unsere Kommunikation nicht den Charakter klassischer Mitarbeiterführung bekommt. Regelmäßige Calls sind nicht automatisch verboten, entscheidend ist der Ton und der Charakter. Bericht über Fortschritt und Abnahme von Ergebnissen ist etwas anderes als Führung, Kontrolle und Vorgaben im Detail. Auch das unternehmerische Risiko spielt eine Rolle. Wer keine eigenen Investitionen, keine eigene Infrastruktur und keinerlei unternehmerische Eigenständigkeit zeigt, bewegt sich schnell auf dünnem Eis. Und die Einbindung in die Organisation ist ebenfalls ein Faktor. Je stärker jemand wie ein interner Mitarbeiter integriert ist, desto kritischer wird es.
Ich nutze diese Klarheit nicht, um Distanz zu erzwingen, sondern um eine Zusammenarbeit stabil zu halten. Gute Beziehungen brauchen saubere Spielregeln. Wenn diese Regeln stimmen, entstehen weniger Missverständnisse, weniger Enttäuschung und deutlich mehr Leistung, weil jeder weiß, woran er ist. Und falls es doch kippt, hilft mir die rechtliche Perspektive sogar als sauberer Rahmen, um Grenzen wieder herzustellen, bevor es für beide Seiten gefährlich wird.
Wenn Du spürst, dass Du mehr willst, mehr innere Klarheit, mehr Führungskompetenz, mehr Selbstwirksamkeit, dann lass uns ins Gespräch kommen. Über den Button „Informationen anfordern“ auf unserer Website kannst Du ein kostenfreies Erstgespräch vereinbaren. Wir zeigen Dir, wie Du Dein ungenutztes Potenzial freilegst und endlich ohne Stress führst.
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